Deutsche elite


19.01.2021 22:22
Elitenforscher: Die deutsche Elite wird immer homogener
von der Uni Leipzig, bei der Prsentation am Montag. Gleichzeitig differenziert sich die Elitenstruktur in mehrere Teilsysteme. Aber auch Akademiker ganz allgemein denken anders, reden anders und haben andere Interessen und Schwerpunkte als der Rest der Bevlkerung. Zuletzt erschien von ihm das Buch. Am besten sieht man das an der SPD. Dabei gibt es sehr wohl politischen Spielraum.

Den globalen Wettbewerb unter Managern gibt es nicht. Ob man also beispielsweise alle Minister auf Landesebene dazu zhlt. Im internationalen Vergleich ist das immer noch sehr offen. Am schwierigsten ist es in der Wirtschaft, weil dort ein sehr kleiner, homogener Kreis von Personen entscheidet. Wir haben unter Parteimitgliedern mittlerweile einen Akademisierungsgrad von fast 40 Prozent und unter Bundestagsabgeordneten von fast 90 Prozent. Unter Migranten existiert dieser Zusammenhang nicht so, vielleicht weil es den Zweite-Klasse-Diskurs nicht so gibt. Hartmann: Die Zahlen zeigen klar: Es gibt gerade einmal sechs deutsche Manager, die eines der ber.000 brsennotierten US-Unternehmen leiten. Ganz salopp gesagt: Manager bewegen sich heute in puncto Internationalitt ungefhr auf dem Niveau, wie es Fuballspieler Mitte der 70er-Jahre taten.

Selbst in einem bevlkerungsreichen Land wie Deutschland sind das aber nur ein paar tausend Menschen, in sterreich ungefhr ein Drittel davon. Ihn bilden die Eliten aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Justiz. So entsteht in der Legislative eine brgerliche politische Elite, whrend sich die Exekutive unter dem Kaiser nach wie vor aus dem Adel rekrutiert (Hoffmann-Lange/Brklin 2001,. Politische Beschlsse tragen dafr eine entscheidende Verantwortung. Politologe Vogel ergnzt: Ostdeutsche, die wahrnehmen, dass sie in Eliten unterprsentiert sind, fhlen sich hufiger als Brger zweiter Klasse.

So wird zunchst der Begriff Elite geklrt, denn es stellt sich natrlich die Frage was Eliten berhaupt sind und wie sie als Forschungsgegenstand dienen knnen. Dazu wurden in einem weiteren Schritt im vergangenen Jahr 1800 Menschen zu ihren Wahrnehmungen und ihrem Problembewusstsein befragt. Wie wichtig die Eliten aus Medien, Militr und Wissenschaft sind, variiert von Land zu Land, auch gewinnen oder verlieren manche Sektoren zwischenzeitlich an Bedeutung. Knapp zwei Drittel der Angehrigen der Kernelite, also dieser knapp 1000 Personen, stammen aus der oberen Einkommensschicht, die vier Prozent der Bevlkerung ausmacht. Die Reichsverfassung gewhrleistet erstmals die Trennung von Exekutive und Legislative, wodurch zwei unterschiedliche politische Institutionen entstehen, die jeweils eigene Eliten hervorbringen. Grundstzlich entwickelt sich eine umfassende Gleichschaltung, smtliche Fhrungspositionen werden durch Mitglieder der nsdap besetzt, die traditionellen Eliten werden abgelst. Die Elite rekrutiert bevorzugt Menschen, die so sind wie sie selbst. In Vormodernen Gesellschaften ist die Elitenstruktur weitgehend homogen und undifferenziert, die Rekrutierung und Selektion erfolgt durch die soziale Herkunft. Im Idealfall wrde die Zusammensetzung der Elite ja der sozialen Zusammensetzung der Bevlkerung entsprechen. Im Kabinett Kurz hat sich der Anteil der Arbeiterkinder dann wieder halbiert.

Die sterreichische politische Elite hnelte der Bevlkerung traditionell strker als jene in Deutschland. Hartmann: Zum einen gehen Teile der Bevlkerung einfach nicht mehr zur Wahl, weil sie das Gefhl haben, dass sich niemand fr sie interessiert. Das Militr spielt etwa in sterreich und Deutschland heute keine Rolle mehr. Whrend die Wirtschaftselite schon immer ein exklusiver Kreis war, stammten bei der politischen Elite seit 1949 knapp zwei Drittel aus der breiten Bevlkerung und ein gutes Drittel aus den oberen vier Prozent. Die Bundesregierung am Ende der Groen Koalition 2009 rekrutierte sich zu 70 Prozent aus den oberen vier Prozent. Von den analysierten Spitzenkrften mit Migrationshintergrund haben nur sieben Prozent Verbindung zur Trkei. Was unterscheidet diese Menschen vom Rest der Bevlkerung? Grafik: BLZ/Sabine Hecher, Quelle: DeZIM Institut, 2020. Fr die Studie wurden die Lebenslufe von 3600 Fhrungskrften in verschiedenen Sektoren wie Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Militr, Wissenschaft und Kultur analysiert. Sozialgeschichtlicher Abriss der deutschen Elitestruktur.1 Eliten im Kaiserreich und in der Weimarer Republik.2 Elitenaustausch durch den Nationalsozialismus.3 Elitenaustausch im Westdeutschland der Nachkriegszeit.4 Elitenaustausch im Ostdeutschland der Nachkriegszeit.5 Der Elitentransfer im Zuge der Wiedervereinigung.

Aktuelle Situation der deutschen Elitenstruktur.1 Promotion versus Eliteinstitution.2 Soziale Komposition und Rekrutierung.3 Die Wirtschaftselite.4 Die politische Elite.4.1 Rekrutierung und Selektion.4.2 Komposition.4.3 Religion.5 Die brigen Elitesektoren.6 Der Frauenanteil. Die Debatte wurde oft emotional gefhrt, eine solide Zahlengrundlage fehlte. Dieser These stimmen 60 Prozent der Befragten. . Was sich im letzten Jahrzehnt gravierend verndert hat, ist die Zusammensetzung eben dieser politischen Elite. Des Weiteren wird das Rekrutierungsmuster vorgestellt und es wird die Frage gestellt, ob es in Deutschland wirklich jedem mglich ist eine Fhrungsposition zu erreichen oder ob tatschlich determinierende Faktoren im Bezug auf die Rekrutierung und Selektion existieren. Der Zusammenbruch von Lehmann Brothers ist nun zehn Jahre her. Dass die Eliten immer homogener werden, bedeutet, dass sich die Einstellungen der Eliteangehrigen zu Fragen der sozialen Ungerechtigkeit, von Steuern, materieller Verteilung usw. Wer so aufwchst und selten mit den anderen Teilen der Gesellschaft in Berhrung kommt, kann deren Realitt nicht begreifen.

Sie hat gesehen, wie Manager auf Gehaltsfortzahlung pochen, obwohl sie Unternehmen wegen Misserfolgs verlassen mussten. Bis Ende der 90er-Jahre stammten fast drei Viertel der Regierungsmitglieder aus der breiten Bevlkerung, ein Drittel allein aus der Arbeiterschaft. Der Wirtschaftsektor bleibt zum grten Teil von der Ideologie unberhrt, obgleich die Kooperation unbestreitbar ist (Hoffmann-Lange/Brklin 2001,. Hartmann: Wie nah Elite und Bevlkerung beieinander liegen, hat immer mit den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen zu tun. In der heutigen Realitt aber, wie spter in dieser Arbeit bewiesen wird, herrscht eine Mischung aus beiden Anstzen, also zum einen die Offenheit, dass jeder Mensch ungeachtet der sozialen Herkunft eine Fhrungsposition erreichen kann und zum anderen, dass in manchen Sektoren. Bei der Einschtzung der Frage, wie problematisch der geringe Anteil an den Eliten ist, wurden verschiedene Hypothesen vorgelegt. Diese Einstellung trennt sie von der brigen Bevlkerung, die sehr heterogen zu diesen Themen steht. Den zweiten Teil der Arbeit soll die sozial-historische Entwicklung der deutschen Elitenstruktur bilden. Sozialgeschichtlicher Abriss der deutschen Elitenstruktur. Diese Arbeit soll nun speziell die deutsche Elitenstruktur vorstellen und zwar in der sozial-geschichtlichen Entwicklung und in der Gegenwart.

Man kann also heute unter Elite nicht mehr nur die herrschende Klasse oder die Oberschicht verstehen, vielmehr ist Elite ein variabler Begriff, der immer in der Beziehung zu den brigen Elitesektoren, der Gesellschaft und dem politischen System betrachtet werden muss. Das hat sich im letzten Jahrzehnt komplett gendert. Was knnte zu mehr sozialer Durchlssigkeit fhren? Trotzdem zeigt sich, dass sich die politische Elite in ihrer Zusammensetzung der Wirtschaftselite annhert. Einerseits qua Amt in der Politik, in der Justiz, in der Verwaltung, in der Wirtschaft. Seine Theorie ist an der Funktion des politischen Systems orientiert, so spricht er auch nicht von einer Gesamtelite, sondern von der herrschenden Klasse. Eine Beschreibung der sozialgeschichtlichen Entwicklung der Elitenstruktur in Deutschland sollte mit der Kaiserreichsgrndung 1871 beginnen, denn hier wird ein demokratischer Grundstein gelegt, auf den die spteren Strukturen aufbauen. Nachdem der Begriff Elite erklrt und die Elitetheorien kurz angeschnitten wurden, soll nun auf die deutsche Elitenstruktur eingegangen werden. Beigestellt / Sven Ehlers, der deutsche Soziologe Michael Hartmann ber abgeschottete Eliten, frustrierte Whler und warum nach der Finanzkrise alles so blieb, wie es war.

Hartmann: Manager argumentieren natrlich so, aber es stimmt nicht. Der Befund sei hochgradig politisch brisant. Das kann man querbeet durch alle Parteien sehen. Dass die DDR eine arbeiterliche Kultur war, wirkt sich bis heute benachteiligend aus. Das sieht man vor allem bei der politischen Elite, die eigentlich die offenste ist: Traditionell stammten rund zwei Drittel der politischen Elite aus der Normalbevlkerung und nur ein Drittel aus den oberen vier, fnf Prozent. Im Laufe der Zeit erfhrt die Elitenstruktur eine soziale ffnung, die sukzessive fortschreitet und die Rekrutierung nicht mehr nur auf die Adelsschicht konzentriert. Bis 2014 war er Professor fr Soziologie an der Technischen Universitt Darmstadt, sein Forschungsschwerpunkt war der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und der Chance, zur Elite des jeweiligen Landes aufzusteigen. Dass die Wirtschaft keine Macht abgibt, hat niemanden berrascht.

Die Elite wird also noch enger? Sie untersuchten die Einstellungen von 354 deutschen Spitzenkrften aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Militr und Kirche zu Einwanderungsfragen, internationalem Handel, Entwicklungshilfe und supranationalen politischen Institutionen und setzten sie in Bezug zu den Einstellungen der Brger zu diesen Themen. Ein Teil dieses Vortrags beschftigte sich mit einem Abriss der Elitenforschung. Nicht nur durch ihre Herkunft, sondern auch durch ihre Lebenswirklichkeit hat sich die Elite immer weiter von der Normalbevlkerung entfernt. Die Position der politischen Eliten, dass man wegen der Globalisierung nichts gegen die zunehmende Spaltung zwischen Arm und Reich machen knne, trgt sicher massiv zum Frust breiter Bevlkerungsschichten bei. Durch etliche Programme wie das Arisierungsprogramm, die Untersttzung der Kartellbildung oder die Vier-Jahres-Plne wird die Loyalitt der Wirtschaftseliten schlichtweg erkauft (Scheuch 2003, S: 149). Das Argument, dass man den Fhrungskrften so viel zahlen msse, weil sie sonst in andere Lnder gehen, stimmt so also nicht? Trend: Herr Hartmann, Sie beschftigen sich Jahrzehnten mit der sogenannten Elite. Darber hinaus existieren Theorien, wie Bourdieus Theorie der Reproduktion der Eliten, die sich mageblich mit der Rekrutierung und Selektion von Eliten beschftigt und den funktionalistischen Anstzen zum Teil widersprechen. Es soll lediglich nahegelegt werden, wie unterschiedlich die Betrachtungsweisen sein knnen und wie demnach Konflikte, aber auch ein Konsens zwischen den Theorien auftreten kann.

Kann man also ohne elitren Hintergrund in Deutschland berhaupt noch zur Elite aufsteigen? In den USA und Grobritannien hat sich die Elite schon seit Anfang der 80er-Jahre deutlich von der Normalbevlkerung entfernt, in Deutschland erst in den vergangenen 20 Jahren. Hartmann: Es gab ein kurzes Zeitfenster, da war die Wirtschaft wirklich angeschlagen, da htte man strkere Regulierungen wahrscheinlich durchsetzen knnen. Die Elite wohnt anders, geht in andere Schulen, reist anders. Vergleich ausgewhlter europischer Eliten.1 Komposition und Rekrutierung in England.2 Komposition und Rekrutierung in Frankreich.

Aber dann haben bekanntlich die USA Druck gemacht. Der Begriff Elite beschreibt ein Gruppe ausgewhlter Personen, die sich durch Macht, Professionalisierung, Erfahrung, Charisma, Kapital oder Herkunft von der Masse abheben. Man wollte ein bisschen Einsicht zeigen, das schon. Sonst wrden viel mehr deutsche Manager in die USA gehen, wo man als CEO immer noch mehr als doppelt so viel verdient wie in Deutschland, und weniger nach sterreich, wo man nur halb so viel verdient. Hartmann: Die Elite rekrutiert bevorzugt Menschen, die so sind wie sie selbst: Menschen, die einen hnlichen sozialen Hintergrund haben, die in die gleichen Schulen gegangen sind und die Codes der Elite kennen. Dass die wirtschaftliche Elite immer auf die Fe fllt, davon geht die breite ffentlichkeit sowieso aus. Die verschiedenen Eliten knnen untereinander Konkurrieren oder Kooperieren, beziehungsweise sich gegenseitig kontrollieren, das heit in den modernen Demokratien herrschen pluralistische Elitenstrukturen, die ein hohes Ma an Autonomie und Macht besitzen (Hoffmann-Lange/Brklin 2001,. Sind gentrifizierte Innenstadtviertel ein Beispiel dafr, wie sich die Elite von Rest der Gesellschaft abspaltet? Das hat sich im vergangenen Jahrzehnt umgekehrt. Michael Hartmann, ohne Studienabschluss stehen die Chancen also schlecht, einmal zur Elite zu gehren?

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